Donnerstag, 16. Juni 2016

{Lifestyle} Das Ende der Rolle oder warum wir ohne Toilettenpapier leben sollten

Wer kennt es nicht - das Grauen, das einen anheimfällt, wenn man Samstag Abend realisiert, dass man Tag der letzten Klorolle, oder schlimmer noch, der letzten drei Blatt Papier auf besagter Rolle, feiert. Not(durft) macht bekanntlich erfinderisch und so kommen schließlich Küchenrolle, Taschentücher oder gar Servietten* zum Einsatz.
*Selbstverständlich alles in Papierform und nicht Tante Heidi's edle Stoffservietten.

Aber eigentlich, wenn man es recht bedenkt, ist diese Panik absolut unberechtigt. Einerseits wäre da das beruhigende Wissen, dass es unser allseits bekanntes perforiertes Toilettenpapier auf Rollen erst seit dem späten 19. Jahrhundert gibt und offensichtlich haben unsere Ahnen dieses Manko ganz gut und unbeschadet überstanden. Andererseits gab es schon vor Urzeiten Alternativen, die gar nicht mal so unattraktiv erscheinen, schon gar nicht, wenn man, wie Eingangs erwähnt, dem Ruf der Natur gefolgt ist, aber in Ermangelung des wichtigsten Accessoires einer jeden Toilette, diesen nicht auf herkömmliche Art und Weise zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann.

Ich erinnere mich an eine Besichtigung in Carnuntum vor gut zehn Jahren, bei der erzählt wurde, wie anno dazumal gemeinschaftlich auf der Latrine so manches Geschäft verichtet wurde. Diese waren, wie ich anmerken möchte und oben ersichtlich, durchaus ansprechend gestaltet. Schüchtern durfte man allerdings nicht sein, wenn man da Backe an Backe saß. Jedenfalls habe ich mich damals durchaus amüsiert, als ich von den angeblich ebenfalls gemeinschaftlich benutzten "Schwämmen am Staberl" aka Xylospongium* erfahren habe. Mitterweile ist man jedoch der Ansicht, dass die alten Römer das Frischwasser, das zumeist in einer Rinne bei den Füßen floss, nutzten und sich mit Schwämmen oder mit der Hand wuschen.
*Bei diesem handelte es sich wohl um einen Vorläufer der modernen Toilettenbürste und kein Werkzeug zur Reinigung der eigenen Ausscheidungsorgange.

Offenkundig schafften es unsere Vorfahren also lange vor der Erfindung des uns bekannten Klopapiers sich nach vollbrachtem Geschäft zu reinigen. Auch heute ist es in vielen Kulturen gang und gäbe, dies schlicht mit Wasser zu tun. Mit anderen Worten, solange man einen Wasserhahn zur Verfügung hat, besteht kein Grund panisch zu werden, selbst wenn das letzte Blatt absorbierfreudigen Papiers im Haushalt aufgebraucht ist. Meiner Meinung nach sollte eine Abkehr vom Toilettenpapier aber nicht nur erwogen werden, wenn keines mehr da ist. Es gibt vielerlei Gründe, dessen Nutzung zu überdenken.

  • Nicht mal die saugfähigste und flauschigste 4-lagige Sorte schafft es sämtliche Flüssig- und/oder Feststoffe restlos zu beseitigen. Wasser hingegen sorgt unbestritten für das ultimative Gefühl von Sauberkeit.
  • Nutzt man einen Waschlappen, braucht dieser nur gewaschen zu werden und ist schon für den nächsten Einsatz bereit. Klopapier hingegen verschwindet in den Untiefen des Kanalisationssystems und seien wir mal ehrlich, je nach Konsistenz des großen Geschäfts verabschieden sich da mitunter schon einige Längen. 
  • Die Ökobilanz ist ebenso wenig erbaulich, angefangen von der Menge an abgeholzten Bäumen bis hin zum Herstellungsprozess und sämtlichen Transportwegen.
  • Schließlich geht es, je nach Vorlieben für bestimmte Marken und abhängig von der Größe der Familie, auch durchaus ins Geld.

Hygienisch, nachhaltig und schont das Geldbörsl. Was will man mehr? Kurz und gut, halte ich eine Abkehr von Toilettenpapier für mehr als überlegenswert und werde dazu einen Selbstversuch starten. Ich bin schon mal gespannt, wie schwer (oder leicht) die Umstellung sein wird. 

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Kannst du dir vorstellen auf Klopapier zu verzichten? Oder lebst du vielleicht sogar schon Klopapier-frei? Ich freue mich auf deine Meinung und/oder Erfahrung zu dem Thema!

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