Donnerstag, 28. Juli 2016

{Lifestyle} To Do(n't) oder der ganz alltägliche Listenwahnsinn

Beinahe war ich versucht anstatt eines normalen Artikels eine Ode an sie zu verfassen, inklusive zweihebigem Jambus oder vielleicht sogar dreihebigem Trochäus. Anders formuliert - ich bin ihr aus vollster Seele zugetan und vermag mir ein Leben ohne sie kaum vorzustellen. Dies liegt zweifellos nicht nur daran, dass sie meinen Ansprüchen von Organisation durch ihre geniale Schlichtheit entgegenkommt, sie hilft darüberhinaus auch meinem nicht immer einwandfrei arbeitendem Gedächtnis auf die Sprünge. Letzteres geschieht vorrangig dann, wenn ich unliebsame Aufgaben zu verdrängen versuche, mir aber dann Die Liste mein oftmals nicht ganz unabsichtliches Vergessen in Form eines nicht abgehakten Punktes vor die Nase hält.

So sehr ich Verfechterin der Führung von Listen bin, bin ich keineswegs blind gegenüber der damit verbundenen Kehrseiten. Nichts lässt einen tiefer in den Abgrund des Versagens blicken, als eine To-Do-Liste, bei der all die unwichtigen oft wenig zeitaufwendigen Punkte durchgestrichen wurden, jedoch die essentiellen und drängenden unberührt an oberster Stelle auf die wohlverdiente Zweiteilung mittels Kugelschreiber warten. Als Helferlein sind sie unübertroffen, allerdings bestünde wahre Perfektion wohl nur, wenn man jedesmal einen Tritt erhielte, sollte man sich wieder einmal der Prognastination hingegeben haben, anstatt Taten zu setzen. Und da wäre dann noch die To-Have-Liste, die sich im Gegensatz zu ihrem großen Bruder nicht durch eine Sammlung zu setzender Aktionen sondern eine Zusammenfassung zu sammelnder Dinge widmet. Einkaufslisten & Co sind zweifellos das harmlosere Familienmitglied der Listen.

St. Mattox via FreeImages

Ob man nun lieber ein Word-Dokument oder doch einen Notizblock verwendet, sei jedem selbst überlassen. Ich persönlich präferiere doch letzteres, da es weitaus befriedigender ist, mit dem Stift einer angeführten Aktion den Garaus zu machen, als am Bildschirm eine Zeile zu markieren und diese mit einem Klick durchzustreichen. Gemeinsam haben die beiden Varianten eines - sie sind hervorragende Gedächtnisstützen, die dabei helfen Übersichtlichkeit und Struktur in zu erledigende Aufgaben zu bringen. Damit Listen nicht nur Helfer sondern auch gern gesehene Freunde bleiben, hier ein paar Anregungen und Gedankenanstöße, welche deren Einsatz gleich eine Spur angenehmer machen.

  • Behalte deine Liste im persönlichen Blickfeld, dh leg sie dir gut sichtbar auf deinen Schreibtisch, oder hefte sie an die Pinnwand über dem Bildschirm. Wer sein Leben vorrangig mittels Planer organisiert, darf die Liste natürlich auch in diesem eintragen. Dort, wo man häufig hinblickt, ist sie am besten aufgehoben, denn die Hauptsache ist, dass man sie nicht aus den Augen verliert.
  • Schreibe so viel wie nötig und so wenig wie möglich auf deine Liste. Willst du Wäsche waschen, macht es wenig Sinn diese Aufgabe minutiös zu unterteilen in "Weiß- und Buntwäsche trennen", "Waschmaschine einschalten" oder "Wäsche zum Trocknen aufhängen". Hier reicht es völlig, wenn man schreibt "Wäsche waschen" und sich nicht in unnötigen Nebensächlichkeiten verrennt. Beim guten alten "Frühjahrsputz" macht es hingegen durchaus Sinn, sich mit groben Kategorien Überblick zu schaffen.
  • Teile lange Listen in mehrere kurze Listen auf. Manchmal hält man sich zwar kurz und prägnant, aber die Liste nimmt dennoch kein Ende. Im Endeffekt überfordert man sich bloß und ist demotiviert, wenn scheinbar nichts weitergeht. Daher empfiehlt es sich solche Listen, entweder nach Kategorien oder Aufgabengebieten, in kleinere und einfacher zu handhabende "Portionen" zu splitten. 
  • Setze Prioritäten! Kleinkram lässt sich meist rasch und unkompliziert erledigen, sodass du innerhalb kürzester Zeit viele kleinen Aufgaben von deiner Liste streichen kannst. Lass dich von diesem kurzfristigen Erfolgsgefühl nicht verleite und setze die zeitlich drängendsten Aktionen zuerst. Hast du nämlich den großen Brocken erst aus dem Weg geschafft, erledigt sich der Kleinkram mit Links und hängt nicht wie ein Damoklesschwert über dir, wie es große Aufgaben gerne tun.

Immer daran denken - es gibt keine ideale Liste! Jeder tickt anders und entsprechend funktioniert nicht bei jedem das selbe Konzept. Wichtig ist einzig, dass deine Liste für dich funktioniert!

Verlässt du dich ebenfalls bevorzugt auf Listen oder reicht dir dein eisernes Gedächtnis? Wenn du Listen führst, machst du dies lieber traditionell handschriftlich oder modern mittels Computer, Tablet & Co?

Kommentare:

  1. Hallo Birgit! Als Mann hat man ja nie eine Handtasche dabei, deshalb ist die Liste in elektronischer Form sicherlich einfacher zu handhaben. Ich empfehle ich immer die App Wunderlist. Funktioniert ganz simpel und hat alles was man braucht. Im Büro jedoch, kommt die gute alte Kugelschreiber/Block Kombination zum Einsatz! Gruß Anto

    P.s. Netter Blog!

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    1. Danke für deinen Tipp! Auch wenn ich meine "Zettelwirtschaft" mag, werde ich mir Wunderlist gleich mal anschauen.

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