Dienstag, 26. Juli 2016

{Shopping} Aus zweiter Hand oder die wunderbare Welt des Secondhand

Warum neu kaufen, wenn man sich etwas gebraucht zulegen kann? Dies hat nicht nur mit Sparsamkeit, sondern genauso mit Nachhaltigkeit zu tun. Dinge, die unter Umständen weggeworfen werden, weil man sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr benötigt, können für jemand anderen durchaus noch von Nutzen sein. Willkommen in der Welt von Secondhandkäufen!

Ich selbst bin erst in den letzten paar Jahren auf den Geschmack gekommen und angefangen hat es mit Büchern. Stets habe ich mir diese neu zugelegt und als zertifizierter Buchwurm ist das ziemlich ins Geld gegangen. Am Ende habe ich die Bücher einmal gelesen und dann sind sie in der Versenkung bzw im Schrank verschwunden. Unendlich schade, zumal der Platz knapp wurde. Bis eines Tages eine Freundin mich gefragt hat, weshalb ich Bücher denn nicht am Flohmarkt oder auf Ebay kaufe. Dies war eine zunächst schockierende Vorstellung für mich. Ich, die Bücher hegte und pflegte, damit im bereits gelesenen Zustand bloß kein Knick den Buchrücken verschandelt, konnte mich nicht wirklich mit der Idee anfreunden, zerfledderte Bücher* ins Bücherregal einzuladen. Nachdem ich allerdings realisierte, dass ich auf diese Art und Weise locker fünf Mal so viel zum gleichen Preis lesen konnte, ganz zu schweigen davon, dass ich die Bücher dann selbst ebenfalls wieder auf den Markt schmeißen konnte, sah die Sache gleich wesentlich freundlicher aus. Sicher, meine Lieblingsautoren werden immer noch neu gekauft und pfleglich behandelt, darüber hinaus wird gebraucht gekauft.
*Wie sich bald herausstellte, sehen die wenigsten Flohmarktbücher aus, als wären sie über den halben Kontinent geschliffen worden. Und selbst wenn, es kommt schlußendlich auf den Inhalt an.

PublicDomainPictures via Pixabay

Selbige Freundin war nicht nur Anhängerin von buchförmiger sondern auch textiler Secondhandware. Ich gestehe, diese Hürde habe ich bis heute nicht überwunden. Bei allem, wo eine fremde Person reinschwitzen konnte, ergreife ich panisch die Flucht. Grundsätzlich jedoch zählt Überbekleidung zu jenen Sachen, die sich lohnen übertragen erstanden zu werden. Babies, die im Stundentakt um eine Größe wachsen und sich ohnehin nichts aus Modetrends machen, kann man auf jeden Fall sehr günstig ausstatten. Und ist man selbst ein Fan von Designerklamotten, spricht nichts dagegen, sich ein paar Teile, die man sich zum Orignalpreis nur durch den Verkauf beider Nieren leisten könnte, übertragen zuzulegen.

Alles in allem sind Secondhandkäufe eine feine Sache. Ein paar Feinheiten gilt es trotzdem zu beachten, denn vieles ist empfehlenswert, aber um einiges sollte man definitiv einen Bogen machen. Deshalb lohnt es sich folgende Fragen zu stellen.

  • Ist die Hygiene gewährleistet? Sei es nun Unterwäsche oder Matratzen, man kann zwar vieles entsprechend reinigen oder desinfizieren, aber bei gewissen Dingen ist dies nur schwer oder unter Umständen gar nicht möglich. Der Aufwand und das unsichere Gefühl, ob man nicht doch Pilzsporen, Bettwanzen oder ähnliches einschleppt, stehen meiner Meinung nach in keiner Relation zur Ersparnis.
  • Kann ein Defekt ausgeschlossen werden? Gerade bei Elektronikwaren ist es immer ein Risiko, selbst wenn etwas beim Ausprobieren funktioniert, kann es schon eine Woche später den Geist aufgeben. Selbiges gilt übrigens auch für jenes, auf dessen Sicherheit man vertrauen können muss wie zB Autoreifen. Da es bei Verkauf zwischen Privatpersonen der Verkäufer meist keine Gewährleistung gibt, bleibt dann nur noch das Salzamt.
  • Handelt es sich um ein Plagiat? Manche gefälschten Markenartikel sehen fast wie das Original aus, daher im Zweifel genau prüfen (lassen), ob etwas "echt" ist, um Ärger zu vermeiden. Ironischerweise steht der Erwerb von nachgemachten Designerprodukten für den privaten Gebrauch in Österreich* und Deutschland nicht unter Strafe, der Weiterverkauf hingegen schon. Kauft man "versehentlich" ein solches Plagiat und will es weiterveräußern, macht man sich daher straftbar, egal ob neu oder gebraucht!
    *Bestellt man sich hingegen eine gefälschte Handtasche oder ähnliches aus Fernost und die Sendung wird im Zoll abgefangen, drohen empfindliche Strafen.
  • Ist ein Neukauf unter Umständen billiger? Auch dies ist nicht ausgeschlossen, daher empfehle ich stets Preise zu vergleichen und mit dem Verkäufer anschließend einen entsprechend günstigeren Preis auszuhandeln oder doch Neuware anzuschaffen.

Kann man all diese Fragen zufriedenstellend beantworten, steht einem Kauf aus zweiter Hand nichts im Wege. In diesem Sinne wünsche ich, viel Spaß bei der Schnäppchenjagd!

Kaufst du gerne Secondhand oder doch am Liebsten neu? Welche Dinge würdest du auf jeden Fall und welche gar nicht gebraucht erstehen?

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