Dienstag, 30. August 2016

{Lifestyle} Postcrossing oder wie man die Ferne ins eigene Heim bringt

Was machst du gerne in deiner Freizeit? Bei mir rangieren Lesen und Reisen ganz oben auf der Liste an Dingen, die ich in vollen Zügen genieße. Seit ein paar Jahren hat sich ein weiteres Hobby im wahrsten Sinne des Wortes den Weg auf meinen Schreibtisch gebahnt - Postcrossing

Einige unter euch, vermutlich all jene, die gerne ihre Nase in ein Buch stecken, sind sicherlich mit Bookcrossing vertraut und dieses Projekt ist recht ähnlich. Man versendet eine Postkarte an andere Mitglieder und sobald diese vom Empfänger registriert wurde, geht die eigene Adresse an ein beliebiges Mitglied, welches ebenfalls eine Karte auf Reisen schickt und zwar zu dir. Es ist ein bisschen wie virtuelles Reisen. Man braucht das Haus nicht zu verlassen* und man erhält ein kleines Stück Welt aus der Ferne, aber manchmal auch Nähe**. Dabei geht es nicht nur darum, mal richtige Post aus dem Postkastl zu fischen, was in Zeiten von E-Mails ohnehin kaum noch der Fall ist. Es geht um Motive, die einen zum Träumen anregen, neugierig machen, zum Lachen bringen oder Reisepläne schmieden lassen und der Mensch, der diese ausgesucht, beschrieben und an einen versendet hat. Alles auf einem Stück Karton mit Bild auf der einen und Worte auf der anderen Seite. 
*Außer natürlich um die zu versendenden Karten in den nächsten Postkasten zu werfen.
**Man kann sich nämlich aussuchen, ob man innerhalb des eigenen Landes versenden möchte oder nicht.

Ikaika via Pixabay

Eines ist klar, Hobbies sucht man sich kaum danach aus, ob sie einem teuer kommen oder eine kostengünstige Freizeitbeschäftigung darstellen. So etwas halte ich ehrlich gesagt für absoluten Unfug, denn in erster Linie sollen sie einem Spaß machen und Freude bereiten.

Ich wäre allerdings nicht ich, würde ich mir nicht doch ein paar Gedanken zu dem Thema machen und wie es aussieht, habe ich unbewusst eine Strategie entwickelt, mit der ich Aufwand von Zeit und Geld optimal an mein Bedürfnis Postkarten zu schreiben angepasst habe. Schließlich ist es ja nicht nur das Kaufen der Karten und Briefmarken, die sich hier zu Buche schlagen, sondern auch wie lange ich mich mit dem ganzen Drumherum beschäftige. Vom Ziehen einer neuen Adresse, über das Aussuchen der idealen Postkarte für den Empfänger, bis hin zum Schreiben derselben, vergeht schon einiges an Zeit und das ist bereits das halbe Vergnügen*.
*Die andere Hälfte ist klarerweise das Erhalten von Karten.

Inzwischen hat es sich eingebürgert, dass ich alle zwei Wochen zehn bis zwölf Karten schreibe, was für mich genau die richtige Menge ist - nicht zu viel und nicht zu wenig. Alles darüber hinaus wäre dann schon wieder zu stressig und, das gebe ich unumwunden zu, würde doch mehr ins Geld gehen, als mir lieb ist. Immerhin ist Postcrossing nicht mein einziges Interesse und so haben Bücher ebenfalls meine zeitliche und finanzielle Zuwendung verdient. Na und dann natürlich das Reisen, das richtige, mit Flugzeug und so, nicht nur virtuell. 

Ist man ein kleiner Geizhals, stellt sich dennoch die Frage, ob man bei seinen Freizeitaktivitäten nicht mehr aufs Geld achten soll oder kann. Die Antwort ist jein. Unterm Strich geht es darum, eine ausgewogene Balance zwischen Vergnügen und Aufwand für selbiges zu finden. Dies ist sicherlich sehr individuell und hängt nicht nur davon ab, wie kostenintensiv etwas ist und welches Budget man zur Verfügung hat. In erster Linie geht es doch darum, was einem eine Sache wert ist. Glück ist durchaus käuflich und Hobbies bieten einen Mehrwert, der doch eigentlich unbezahlbar ist. Ein Auge auf die damit verbundenen Kosten zu haben, ist empfehlenswert, sich zu kasteien und gar nichts zu gönnen, macht für mich hingegen keinen Sinn.

Kanntest du Postcrossing schon? Ist dies etwas, das dir gefallen könnte oder sind Postkarten für dich "von Gestern"?

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