Donnerstag, 8. September 2016

{Lifestyle} Das smarte Leben oder Fluch und Segen der g'scheiten Telefone

Gerade fliegt eine ganze Schwadron UFOs draußen vorbei und kein Mensch bemerkt's. Außer mir.* So kommt es mir zumindest manchmal vor, wenn ich im Zug sitze und als Einzige die Landschaft (und etwaige außerirdische Flugobjekte) draußen vorbeiziehen sehe, weil alle anderen mit der Nase am Display ihrer Smartphones kleben. Es passiert ja nicht bloß in den öffentlichen Verkehrsmitteln, selbst wenn man sich zu Fuß von A nach B bewegt, begegnen einem diese Wesen, die scheinbar nicht geradeaus schauen können, weil die Welt auf dem Display offenbar weitaus interessanter als die reale vor ihnen ist. 
*Beweisfotos habe ich in Ermangelung eines Handys, das nicht einmal über eine Kamerafunktion verfügt (!) leider keine. 

Fairerweise sollte ich vielleicht anmerken, dass ich schon immer eher gemütlich hinter all den anderen Technologielemmingen hergeschlendert bin, ohne das Bedürfnis zu verspüren, mir das neueste Gerät oder manchmal sogar überhaupt ein Gerät zuzulegen. Manchen Leuten zufolge lebe ich in der Steinzeit, aber ganz so höhlenhaft ist meine Behausung am Ende doch nicht. Ohne Kühlschrank oder Waschmaschine möchte auch ich nicht sein, dennoch hält sich die Anzahl an Haushaltsgeräten bei mir definitiv in Grenzen. So besitze ich keine Mikrowelle, denn die offene Feuerstelle aka mein Gasherd reicht mir völlig aus. Bei Unterhaltungselektronik sieht es ebenfalls recht mager aus und elektronische Neuzugänge sind selten oder fallen in die Kategorie Zwangsbeglückung. Um aber auf den eigentlichen Punkt zurückzukommen - ich besitze kein Smartphone. Mein Handy ist ein super schlichtes Basismodell von Nokia, weil mehr brauche und will ich ehrlich gesagt gar nicht.

DariuszSankowski via Pixabay

Skeptische Gemüter könnten jetzt natürlich vermuten, dass ich mir bloß kein smartes Telefon leisten will. Darum geht es mir jedoch ganz und gar nicht. Ich könnte, wenn ich wollte. Solange ich dafür keinen wirklich guten Grund finde, wird dies einfach nicht passieren. Da kann es noch so viele Argumente hageln, wie praktisch es doch sei. Das ist es sicherlich in vielerlei Hinsicht, aber muss ich tatsächlich permanent erreichbar und/oder mit dem Internet verbunden sein? Ich verbringe schon genug Zeit am Computer, da muss ich doch wirklich nicht auf Schritt und Tritt an der digitalen Nabelschnur hängen. Und Langeweile kommt bei mir ohnehin nie auf, selbst wenn ich Wartezeiten zu überbrücken habe - ich beobachte Menschen, genieße die Landschaft, lese ein Buch oder halte einfach nur entspannt mein Gesicht in die Sonne, während ich einfach mal alleine mit meinen Gedanken gemütlich auf einer Parkbank sitze. 

Mittlerweile fragt mich schon keiner mehr, ob ich mir denn endlich ein Smartphone zugelegt hätte. Das stünde vermutlich ohnehin als Schlagzeile in den Nachrichten. Offenkundig kann man mit anderen Menschen in Kontakt bleiben oder treten, selbst wenn man solch ein Gerät nicht besitzt. Es ist ja nicht so, als würde ich nur über Buschtrommeln kommunizieren und ein normaler Anruf oder SMS ist immer mal drin. Ansonsten bevorzuge ich ohnehin Blickkontakt, aber bitte nicht mit einem Pokemon, das mir am Display zu entkommen versucht. Tatsache ist doch, dass die Menschheit auch vor dem Smartphone problemlos dazu imstande war miteinander zu kommunizieren, Informationen nachzuschlagen oder festzuhalten und nebenbei ein paar Fotos zu schießen. Wer braucht schon Google Maps in der Hosentasche, wenn man einfach einen anderen Passanten nach dem Weg fragen kann? Ein All-in-One Gerät klingt vielleicht wie ein Segen, allerdings ist es bis zu einem gewissen Grad auch ein Fluch durch die daraus resultierende Abhängigkeit.

Ist denn ein vernünftiger Umgang mit solchen Technologien unmöglich? Keineswegs, man darf sich nur nicht zu stark auf diese g'scheiten Telefone verlassen und sich selbst zuliebe auch mal "abschalten". Den Mutigen gehört das smarte Leben, also einfach mal ausprobieren, wie es sich einen Tag ganz ohne Smartphone (über)lebt. Ihr werdet überrascht sein, wie gut das funktioniert!

Bist du so wie ich Smartphone-VerweigerIn? Kannst du dir ein Leben ohne Smartphone vorstellen oder wirst du bereits panisch, wenn du es einmal versehentlich zu Hause vergisst?

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