Donnerstag, 15. September 2016

{Shopping} Das ideale Erinnerungsstückerl oder die Qual der Souvenirwahl

Wenn einer eine Reise tut, kommt er oder sie meist um einiges schwerer zurück in heimatliche Gefilde. Damit da kein Missverständnis aufkommt, dies bezieht sich nicht (nur) auf die Erweiterung des Hüftumfangs, weil die lokale Kost so lecker war, sondern auf all die Dinge, denen man in diversen Geschäften oder Märkten nicht widerstehen konnte. Im Urlaub setzen sich viele nicht bloß die Sonnenbrille auf die Nase, in selbiger finden sich oft auch rosarote Scheiben. Da ist man entzückt über die Andecken, die an einem Verkaufsstand angeboten werden und ersteht gleich ein ganzes Dutzend für die Daheimgebliebenen. Im Licht des Alltags würde man sich den Staubfänger aber selbst nur unter Protest in der eigenen Wohnung als Blickfang aufstellen. Natürlich muss dies nicht immer so sein, viele Mitbringsel fallen durchaus in die Kategorie "freudige Überraschung", allerdings passiert es mindestens genauso oft, dass man sich artig bedankt und den erhaltenen Klimbim umgehend in einer Kiste im Keller verstaut, die drei Jahrzehnte später wiederentdeckt und endgültig entsorgt wird. Souvenirs - die einen lieben sie, die anderen hassen sie.

Ich persönlich mag Andenken, allerdings nur in geringen Dosen und vorrangig an die wahre Bedeutung des Wortes souvenir angelehnt in Form kleiner Erinnerungsstücke, die ich mir selbst aus dem Urlaub mitbringe, um mich daheim mit einem Lächeln an die Reise zurückzuerinnern. Wenn man die eigenen Einstellung gegenüber enthusiastischen Urlaubern vorab mitteilt, führt es erfreulicherweise nicht zu der Art Zwangsbeglückung, bei der man krampfhaft lächelnd Danke sagt, sobald man ein Mitbringsel entgegennimmt. Und erwähnt man nebenbei, dass man zwar keine Wünsche habe, jedoch mit einer schönen Ansichtskarte Freude hätte, setzt ebenso bei den Verreisenden ein wenig Entspannung ein. Schließlich brauchen diese sich dann nicht groß den Kopf zerbrechen, was sie mir mitbringen sollen, sondern schreiben einfach mal zwischendurch ein Kärtchen und alle sind zufrieden.

Wounds_and_Cracks via Piabay

Meinen Beobachtungen zufolge scheinen Magnete und Schlüsselanhänger die am häufigsten mitgebrachten Souvenirs zu sein. Sie sind klein, günstig und letztere sind obendrein noch praktisch dazu. Immerhin hat doch jeder einen Kühlschrank und Schlüssel sowieso, nicht wahr? Absolut, aber das bedeutet nicht notgedrungen, dass man kiloweise Material benötigt um zu verzieren und behängen. Deine Familie und Freunde gehören jedoch zu der Fraktion, die beleidigt sind, wenn man ihnen nichts mitbringt? Dann helfen entweder konkrete Fragen oder ein wenig Beobachtungsgabe, um das ideale Geschenk zu finden. Und dann wären ja noch die KollegInnen im Büro, die auch nicht vernachlässigt werden wollen. Damit der Urlaub nicht schon vorab in Stress ausartet, ein paar Tipps, um den Souvenirkauf zu erleichtern.

  • Wer auf Nummer sicher gehen will, erkundigt sich vor der Reise einfach bei Mutter, Schwester und bester Freundin, womit man diesen eine echte (!!) Freude machen kann.
  • Möchte man die Spannung aufrecht erhalten, empfehle ich etwas nach Vorlieben oder Hobbies auszuwählen. So kann man zB dem Hobbykoch landestypische Gewürze und dem Kunstliebhaber ein Buch aus einem nationalen Kunstmuseum mitbringen. 
  • Will man eine kleine Gruppe* beschenken, sind regionale Schmankerln zum gemeinsamen Verkosten eine gute Idee. Besser ein Mitbringsel landet auf der Hüfte als in der untersten Schublade.
    *in der Arbeit oder der Strickrunde
  • Möchte man etwas Individuelleres verschenken, kann man ein Urlaubsfoto, das einen selbst an einem bekannten Ort oder Wahrzeichen zeigt, als Fotodruck rahmen lassen. Dies eignet sich im Normalfall aber nur für nahe Verwandte und nicht die Nachbarin, die während der Abwesenheit Blumen gegossen hat.

Egal wofür man sich letztendlich entscheidet, man darf dabei nie die Ein- und Ausfuhrbestimmungen von Urlaubs- bzw Heimatland vergessen. Nicht nur das unüberlegte Mitbringen von gefährdeten Arten oder gefälschten Artikel können beim Zoll zu unangenehmen Situationen führen, es können auch andere Waren von Ein- und Ausfuhr beschränkt sein.

Bringst du dir selbst Andenken von deinen Reisen mit oder erstehst du solche nur für andere? Tendierst du eher zu 08/15 Souvenirs oder doch zu individuellen Überraschungen?

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