Donnerstag, 13. Oktober 2016

Verkaufen auf willhaben & Co - Teil 4: Vom Telefon zum Postillion


Willkommen zu Teil 4 der Serie Verkaufen auf willhaben & Co, in der es diesmal um den eigentlichen Ablauf des Verkaufs geht. Auf los geht's los!

Die Anfrage

Erhält man eine Anfrage, ist dies zwar der erste Schritt, aber dieser muss nicht notwendigerweise zu einem Verkauf führen. Egal ob nur eine Rückfrage oder bereits ein tatsächlicher Kaufwunsch, es gilt zwei Punkte zu beachten.

  • Zeitgerecht antworten
    Lässt man sich Zeit damit, E-Mails zu beantworten, kann ein potentieller Käufer durchaus das Interesse verlieren. Deshalb sollte man so rasch wie möglich reagieren, am Besten innerhalb von 24 Stunden.
  • Freundlichkeit siegt
    Gute Manieren haben noch nie geschadet und dies darf sich ebenfalls in der Antwort auf eine Anfrage widerspiegeln. So kann man für das Interesse an dem Artikel danken oder ein schönes Wochenende wünschen.

Tipp für willhaben
Während es in den Anfangszeiten nicht so war, werden E-Mail Adressen auf willhaben mittlerweile verschlüsselt und damit die Privatsphäre geschützt. Es ist ebenfalls möglich eine Telefonnummer beim Inserat anzugeben, falls man telefonischen Kontakt bevorzugt. Ich persönlich bin kein Fan davon, dass Gott und die Welt meine Telefonnummer kennt, weshalb ich Anfragen nur über das Kontaktformular zulasse und gegebenenfalls dort meine Nummer bekanntgebe.
Man kann übrigens sogar die eigene Adresse öffentlich angeben, wovon ich allerdings nur abraten kann. Es reicht meines Erachtens völlig, wenn ersichtlich ist, in welcher Stadt man ansässig ist. Am Besten stellt man sich hier einfach die Frage, ob man wirklich riskieren möchte, dass unter Umständen ein Wildfremder unangemeldet vor der Tür steht.

Bezahlung

Am einfachsten ist hier sicherlich Barzahlung bei Abholung, lebt man allerdings weiter weg bleibt oft nur Versand. Die beliebtesten Optionen sind sicherlich Vorabüberweisung sowie Nachnahme. Welche der beiden man bevorzugt, liegt ganz bei einem selbst. Ich persönlich akzeptiere nur Überweisung, da ich weder darauf warten will, bis mir die Post den Betrag ausbezahlt, noch riskieren möchte, dass es sich jemand anders überlegt, das Paket einfach nicht annimmt und ich dann auf den Kosten für die Rücksendung sitzen bleibe.
Gut zu wissen: Wird ein Paket, das nach Überweisung versendet wurde, nicht angenommen und retourniert, wird zwar ebenfalls eine Gebühr fällig, aber diese kann man dann von dem Betrag abziehen, den der Käufer bereits bezahlt hat, und entsprechend nur die Restsumme rückerstatten. Mir ist dies zwar in all den Jahren noch nie passiert, aber Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht. 

Tipp für Überweisungen
Bei Mitteilung der Bankdaten kann man den Käufer freundlich ersuchen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu überweisen. Ich habe schon Inserate gesehen, in denen dezidiert gestanden ist, dass innerhalb von 2 Tagen das Geld am Konto sein muss, da sonst der Artikel wieder zum Kauf freigegeben wird. Dies ist meiner Meinung nach absolut überzogen, zumal nicht jeder über Onlinebanking verfügt oder nicht sofort zur Bank laufen kann. Um eine Überweisung innerhalb einer Woche zu bitten ist hingegen realistisch und machbar.

ACHTUNG - Aus Sicherheitsgründen sollte man weder Zahlungen per Bargeldtransfer noch Bargeldsendungen per Briefpost akzeptieren!

Abholung

Lebt man so wie ich nahe bei Wien, kann man davon ausgehen, dass bei sehr vielen Verkäufen vorzugsweise abgeholt und nicht versendet wird. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass rund jeder zweite Käufer lieber persönlich vorbeischaut als die Post zu bemühen. Der Vorteil für den Käufer ist, dass ein Artikel angesehen und gegebenenfalls anprobiert werden kann und man sich darüber hinaus Versandkosten spart. Der Vorteil für den Verkäufer ist, dass man kein Paket herrichten und zur Post bringen muss.

Nun gibt es Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, keine Selbstabholung anbieten. Egal ob man einfach zu beschäftigt ist, um Termine zu koordinieren oder schlicht nicht möchte, dass fremde Leute vorbeischauen, Abholung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für einen erfolgreichen Verkauf.

  • Adresse zeitnah mitteilen
    Es reicht vollkommen die Adresse einen Tag vor Abholung mitzuteilen. Unbedingt vermeiden sollte man Bemerkungen darüber zu welchen Zeiten man (nicht) anwesend ist. Ein Hinweis auf spezielle Abholzeiten ist durchaus sinnvoll, schließlich ist nachvollziehbar, dass man nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit Tag der offenen Tür haben will.
  • Niemanden in die Wohnung bzw das Haus lassen
    Wer sagt, dass man Käufer hereinbitten muss? Es reicht vollkommen Ware gegen Bares vor der Türe zu tauschen. Sollte es sich um Kleidung handeln, muss man unbedingt vorab darauf hinweisen, dass keine Anprobe möglich ist.
  • Nicht alleine zu Hause sein
    Sind weitere Familienmitglieder oder andere Personen anwesend, erhöht dies auf jeden Fall die Sicherheit. Zur Not tut's auch die Nachbarin!
  • Keine Wertgegenstände liegen lassen
    Will man doch die Möglichkeit zur Anprobe geben, sollte man Dinge wie Schlüssel, Geld oder Ausweise nicht offen liegen lassen und einen Raum nahe des Ausgangs zur Verfügung stellen, damit Personen nicht durch die ganze Wohnung bzw das Haus gelotst werden müssen. 

Wem dies noch nicht sicher genug ist, kann sich ebenfalls zu Treffen an neutralen Orten wie zB am Bahnhof oder vor bestimmten Geschäften verabreden. Ich selbst habe damit leider nicht die besten Erfahrungen gemacht, so dass ich mittlerweile Treffen an dritten Orten nicht mehr zustimme. Das Risiko versetzt zu werden, ist zwar auch bei direkter Abholung vorhanden, aber da braucht man wenigstens nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu gehen.

Tipp für willhaben
Man kann beim Erstellen des Inserats Felder für Versand und/oder Abholung aktivieren. Auf diese Art können Käufer über die Suchfunktion entsprechend nach ihren Kaufvorlieben sortieren.

Versand

Es soll also ein Paket geschnürt und versendet werden. Ich erinnere mich noch an die gute alte Zeit, als Briefversand noch einigermaßen günstig gewesen ist, was sich vor ein paar Jahren aufgrund der eigenartigen Formatvorschriften der Österreichischen Post leider geändert hat. Auf die derzeitigen Briefpostgebühren möchte ich allerdings aus einem anderen Grund nicht weiter eingehen, denn 2017 steht eine weitere Umstrukturierung der Tarife bevor. Neben Briefen wird man dann ebenso "Päckchen" versenden können, was bei manchen Artikeln sicherlich die Versandkosten ansprechender machen wird im Vergleich zum jetzigen System. Weitere Infos zu den neuen Tarifen finden sich hier.

Ob man nun Briefpost nutzt oder doch per Paket versendet, muss jeder selbst entscheiden. Ich versende grundsätzlich per Hermes Paket und nur auf ausdrücklichen Wunsch per Brief. Nachdem man ab dem nächsten Jahr Päckchen mit kostenloser Sendungsverfolgung aufgeben kann, werde ich dies bei kleineren Sendungen* wohl nutzen, da es doch eine schöne Ersparnis bringt.
*Ein Päckchen mit den Maßen L 353 x B 250 x H 30 mm und einem Gewicht von bis zu 2 kg wird € 2,50 kosten.

Zu guter Letzt noch ein paar Tipps für den (Versand)weg!

  • Transparente Versandkosten
    Ich verrechne nur die reinen Versandkosten ohne irgendwelche Aufschläge, wobei ein bisschen aufrunden für Verpackungsmaterial meiner Meinung nach durchaus ok ist. Wer hingegen Artikel billigst anbietet und dann versucht durch überhöhte Versandkosten Gewinn zu machen, wird so manchen Interessenten verscheuchen. 
  • Zeitrahmen für Versand mitteilen
    Wenn man darum ersucht, innerhalb eine bestimmten Zeit zu überweisen, empfiehlt es sich ebenfalls mitzuteilen, wie rasch man nach Zahlungseingang versenden wird, damit der Käufer sich danach richten kann. 
  • Angabe des Postdienstleisters
    Im Normalfall geht man davon aus, dass mit der Österreichischen Post versendet wird, wobei Hermes Pakete ebenfalls von dieser zugestellt werden. Nutzt man einen anderen Anbieter wie DHL, DPD oder GLS, ist es ratsam dies zuvor mit dem Käufer abzuklären. 
  • Ordentlich verpacken
    Stabiler Karton und Luftpolsterfolie sind hier des Verkäufers beste Freunde, damit Ware unbeschädigt ankommt. 
  • Mitteilung der Paketnummer
    Versendet man per Paket sollte man die Aufgabenummer dem Käufer bekanntgeben, damit dieser den Sendungsverlauf verfolgen kann. Ich rate ebenso dazu, ein Auge auf diese zu haben, um sicherzugehen, dass das Paket erfolgreich zugestellt wurde. 

Tipp für willhaben
Fügt man Links in eine Anfrage oder eine Antwort auf eine solche, werden diese aus Sicherheitsgründen automatisch von willhaben gelöscht. Daher nützt es nichts den direkten Link zur Sendungsverfolgung anzugeben, da dieser aus der E-Mail entfernt wird. Stattdessen gibt man einfach die Paketnummer an und verweist auf die Seite der Post.

Mit dem 5. Teil dieser Serie geht es am 18.10. weiter, also schaut doch wieder vorbei!

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