Dienstag, 25. Oktober 2016

Verkaufen auf willhaben & Co - Teil 7: Q & A


Willkommen zum vorletzten Teil der Serie Verkaufen auf willhaben & Co, in der diesmal alle möglichen und auch ein paar unmögliche Fragen beantwortet werden. 

Wie gut kann man denn auf willhaben verdienen?
Dies hängt stark davon ab, welche und wie viele Sachen man anbietet. Mit einem Stapel Taschenbücher wird man kaum ein paar Hundert Euro einnehmen, entledigt man sich hingegen diverser Technikartikel, kann die Kasse schon ordentlich klingeln.

Wie schnell verkaufen sich Sachen?
Abschätzen lässt sich das in den meisten Fällen überhaupt nicht. Manchmal erhält man Anfragen innerhalb von wenigen Stunden, dann wiederum erneuert man Inserate jahrelang, bis sich doch noch ein Käufer findet.

Kann bzw darf ich Artikel gleichzeitig auf verschiedenen Anzeigeportalen anbieten?
Klar, aber man sollte dabei nie den Überblick verlieren und riskieren etwas versehentlich doppelt zu verkaufen.

Sind bestimmte Wochentage besser geeignet, um Inserate zu schalten?
Ich konnte schon beobachten, dass neue Inserate vergleichsweise öfter aufgerufen werden, wenn ich diese zwischen Freitag und Sonntag eingestellt habe. Das bedeutet jedoch nur, dass mehr Leute zu diesen Zeiten auf willhaben surfen und nicht, dass sie in Kauflaune sind.

Gibt es Monate, in denen man besonders gut verkauft?
Meiner Erfahrung nach läuft das Geschäft zu Jahresende und im Jänner am Besten. Ich empfehle gerade neue Waren, an denen noch das Etikett dran ist bzw welche Original verpackt sind, ab November zu inserieren, da viele sich günstig mit Geschenken versorgen.

Ab welchem Zeitpunkt ist es sinnlos, ein Inserat nochmal neu einzustellen?
Kurz gesagt dann, wenn man einen Artikel nicht mal über die Verschenken Rubrik anbringt. Einerseits ist dies eine Frage der Geduld, andererseits werden manche Sachen nicht jünger. Ein Pulli kann wieder in Mode kommen, die ranzige Gesichtscreme hingegen sollte man ab einem gewissen Zeitpunkt entsorgen.

Macht es Sinn, den Preis während der Laufzeit eines Inserats zu ändern?
Das tut es durchaus, vor allem wenn ein Inserat kurz vorm Ablaufen ist, kann man dadurch Interessenten zum Kauf animieren. Ich selbst spiele immer mal wieder mit den Preisen und biete zB Sommerkleidung in der kalten Jahreszeit günstiger an als in den warmen Monaten. 

Weshalb fragen manche nach dem "letzten Preis"?
Solche Personen halten willhaben für einen Bazar und wollen den Preis drücken. Wie man mit solchen Anfragen umgeht, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil, beantworte mittlerweile solche 2-Wort-Anfragen gar nicht mehr, da sie erfahrungsgemäß zu keinem Verkauf führen.

Wieso kann ich etwas Neues nicht mal um € 10 verkaufen, obwohl es aktuell im Handel € 100 kostet?
Das kann viele Gründe haben. Keinem gefällt's, keiner braucht's oder der Preis erscheint unrealistisch niedrig. Letzteres kann mitunter dazu führen, dass Skepsis aufkommt und sich keiner zuzugreifen traut, weil es schlicht zu billig ist.

Ein kleiner Exkurs
Mit Preisen ist das ja immer so eine Sache und mir ist es selbst schon passiert, dass ich Artikel monatelang neu inseriert und den Preis jedes Mal ein wenig tiefer angesetzt habe. Manchmal konnte ich etwas doch noch verkaufen, oft nur zu einem Bruchteil des Originalpreises. Dann wiederum wurde ich gefragt, warum ich etwas so billig anbiete oder es wurde nachgehakt, ob es sich tatsächlich um Originalware handle. Wenn ich eines in den Jahren auf willhaben gelernt habe, dann dass in der Welt der Verkaufsplattformen Dinge einen vollkommen anderen Wert haben, als im normalen Handel. Dies sollte man sich gerade dann vor Augen halten, wenn man zu spontanen Kaufräuschen neigt und sich irgendwann reuig von Dingen trennt, weil man sie ohnehin nie benutzt oder getragen hat. Im Geschäft mag einem etwas € 100 wert gewesen sein, aber im realen Leben ist es jemand anderem nicht einmal € 10 wert. Gebt in solch einem Fall nicht den Käufern die Schuld, sondern euch selbst, denn das eigene Konsumverhalten hat euch im Endeffekt in diese Bredouille gebracht.

Verkaufen sich Artikel einzeln oder im Set besser?
Dies lässt sich nicht pauschal beantworten, dh am Besten probiert man beides aus. Für manches macht es definitiv Sinn diese als Set anzubieten zB bei Babykleidung, während es zB bei Kosmetiksets oft schwierig ist, da meist nicht alles für potentielle Käufer brauchbar ist, aber mitgekauft werden muss.

Lohnt es sich Luxusmarken zu inserieren?
Ich halte willhaben nicht für die geeignetste Plattform um teure Designermarken anzubieten. Der Großteil der Käufer will nicht nur haben, sondern will möglichst billig haben. Gerade bei hochpreisigen Artikeln muss man deshalb vermehrt mit Preisvorschlägen rechnen, die beleidigend niedrig sein können. Meiner Meinung nach die besseren Alternativen sind Mädchenflohmarkt oder Rebelle.

Was soll ich tun, wenn ein Käufer nach drei Wochen noch immer kein Geld überwiesen hat?
Zunächst einmal würde ich gar nicht solange warten, um nachzufragen, ob denn überhaupt noch Interesse am Kauf besteht. Entweder ersucht man von Anfang an um Zahlung bis zu einem bestimmten Termin oder man fragt nach einer Woche nach und ersucht um Auskunft.

Wie lange soll ich Artikel reservieren?
Für mich hat sich hier eine Woche bewährt. Dies gibt dem Käufer genug Zeit, um entweder Geld zu überweisen oder einen Abholtermin einzuhalten. Allerdings räume ich schon einen gewissen Spielraum ein, wenn zB jemand erst zu Monatsanfang überweisen kann und es sind bis dahin noch 10 Tage, ist dies absolut im Rahmen.

Wie soll ich auf eine Beschwerde reagieren?
Zunächst einmal rasch und möglichst sachlich, denn durch ignorieren ist sie nämlich nicht vom Tisch. Ich war bisher nur wenige Male mit Beschwerden von Käufern konfrontiert und am Ende hat sich (fast) alles geklärt. Unter anderem wurde mir die Schuld daran gegeben, dass Duftkerzen stinken würden oder ein Kleid* nicht passt. Nun, man kann nicht jeden glücklich machen. Einmal jedoch hat sich eine Frau wütend bei mir gemeldet, weil sie noch immer keine Ware erhalten hat woraufhin ich ihr erklärt habe, dass ich noch auf den Zahlungseingang warte. In der folgenden Nachricht wurde mir bereits mit Anzeige gedroht, denn sie habe die Überweisung schon längst durchgeführt und wolle jetzt zumindest ihr Geld zurückhaben. Beweisstück A war ein Bild der Überweisung. Darauf meine Kontonummer mit zwei Zahlendrehern!? Ich durfte ihr dann beibringen, dass sie das Geld von der Person zurückfordern sollte, an die sie es überwiesen hat, denn dies wäre nicht meine Kontoverbindung. Ihr Schlusskommentar war dann auch entsprechend kleinlaut.
*Kleidung ist immer riskant, weshalb ich auch möglichst genaue Maßangaben ins Inserat schreibe!

Müssen Einnahmen meiner Privatverkäufe versteuert werden?
Grundsätzlich ist die Veräußerung von Privatvermögen außerhalb der Spekulationsfrist, dh der Artikel muss bereits ein Jahr lang im eigenen Besitz gewesen sein, steuerfrei. Entrümpelt und veräußert man Bücher, die man kein zweites Mal lesen wird oder Kleidung, die nicht mehr passt, braucht man sich nicht zu sorgen. Kauft man allerdings irgendwo günstig eine hohe Stückzahl Neuwaren an, um sie mit Gewinn weiterzuverscherbeln, befinden wir uns bereits auf dem Terrain einer gewerblichen Tätigkeit. Im Zweifel sollte man immer einen Steuerberater hinzuziehen, um definitiv zu klären, ob man eventuell doch der Steuerpflicht unterliegt.

Leseempfehlung
Gibt es noch weitere Fragen, die hier nicht gestellt wurden? Hinterlasst mit einfach einen Kommentar und ich beantworte diesen sehr gerne.

Am Donnerstag folgt der letzte Teil der Serie und ich freue mich auf ein wiederlesen!

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