Samstag, 14. Januar 2017

Projekt 365 - Jetzt wird ausgemistet


Lasst uns über Zahlen reden.

300.000

10.000

Bei der ersten Zahl handelt es sich um die durchschnittliche Anzahl an Gegenständen in einem amerikanischen Haushalt, die zweite Zahl bezieht sich auf jene eines deutschen* Haushalts.
*Hierbei gehe ich davon aus, dass es in Österreich ähnlich gelagert sein wird.

Zehntausend Dinge.

Da tummeln sich jede Menge Nullen in unserer unmittelbaren Umgebung und obwohl deren Anzahl im Vergleich zu den USA, wo ja ohnedies alles größer und offenkundig umfangreicher ist, weit entfernt ist, kann man nicht unbedingt behaupten, dass dies eine kleine Zahl ist. Natürlich wird sich nicht jeder in diesem Bereich wiederfinden, manche werden sicherlich um einiges darüber oder darunter liegen. Der springende Punkt ist jedoch - wir alle besitzen jede Menge Sachen.

Alle meine Dinge.

Die Vorstellung, nun jeden einzelnen Gegenstand in meiner Wohnung zu zählen, also praktisch Inventur zu machen, ist ziemlich erschreckend. Mein erster Gedanke? Das könnt a bisserl dauern. Und um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich kann absolut nicht abschätzen, in welchem Zahlenbereich ich mich befinden könnte. Nicht. Mal. Annähernd. Optimistischerweise werde ich behaupten, von vier Nullen weit entfernt zu sein. Die Vorstellung dies zu überprüfen, ruft in mir zugegebenermaßen das kalte Grauen hervor. 

100 Dinge.

Vom minimalistischen Lebensstil haben wohl die meisten schon gehört und vielleicht sogar davon, dass manche Minimalisten meinen, 100 Dinge würden völlig zum Leben reichen. Reichen vielleicht, aber würde mich dieser Zustand glücklicher machen und würde ich mich in meinem Heim dann wohler fühlen? Ich für meinen Teil wage das zu bezweifeln. Unterm Strich soll dies jeder so halten wie er oder sie mag. Ich persönlich finde es jedenfalls absolut unsinnig, sich auf eine bestimmte Zahl festzulegen, denn unsere Bedürfnisse sind so individuell, da kann und sollte man kein Schild mit irgendeiner Hausnummer daran befestigen.

365 Dinge.

An eine Sache werde ich dennoch ein Schild mit einer Zahl hängen. 365 steht darauf und genau so viele Dinge müssen raus. Bereits Ende letzten Jahres habe ich vielerlei Gegenstände ausgemistet und in Folge gespendet, was mich im Endeffekt auch zu diesem Projekt inspiriert hat. Ich besitze so vieles, was ich nicht (mehr) nutze oder schlicht nicht (mehr) brauche, also weshalb sollte ich mich damit belasten? Wenn etwas keinen Nutzen hat, ist es nur Ballast. Was macht man mit einem solchen üblicherweise? Über Bord werfen. 

Was erhoffe ich mir?

Einerseits mehr Platz und Übersichtlichkeit, andererseits Einblicke in mein Konsumverhalten und dem sicherlich nicht nur mir eigenen Sammeltrieb. Ich bin mir sicher, dass ich im Verlauf des Projekts einiges über mich selbst lernen werde, was das horten und loslassen angeht.

Ein paar Grundregeln.

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein erweckt, dass es sich hierbei um ein tägliches Projekt handelt, bei dem ich jeden Tag ein Teil packe und aus meiner Wohnung verbanne, ist dies nicht so. Ich werde vorwiegend an Wochenenden Zeit ins Entrümpeln investieren. Und in Stein gemeißelt ist die Zahl 365 selbstverständlich nicht - ich bin durchaus bereit, mich selbst zu übertreffen!

Dinge, die (nicht) zählen.

Natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich beim Ausmisten zähle und was nicht. Auch das ist etwas, das jeder für sich selbst festlegen sollte, aber darf gerne übernommen werden, falls sich jemand meinem Projekt anschließen möchte. Interessanterweise ist es für mich einfacher, all jenes aufzulisten, was ich nicht zählen werde:

Dinge, die verbraucht werden
Hierzu zählen Lebensmittel genauso wie Hygieneartikel
Ausnahme: Original verpackte bzw neue Artikel, die ich aussortiere, um sie zu spenden
Beispiel: Meine geleerte Flasche Shampoo kommt in den Restmüll jedoch nicht auf die Liste; das unbenutzte Parfum kommt in meine Spendenkiste und darf daher auf die Liste.

Dinge, die ich ersetzen muss
Eine Neuanschaffung gleicht die Entsorgung aus
Beispiel: Geht mein Regenschirm kaputt und ich habe einen weiteren in Reserve, dann darf der ausrangierte auf die Liste; benötige ich Ersatz und muss einen neuen kaufen, dann darf er nicht auf die Liste.

Dinge, die ohnehin laufend entsorgt werden
Postwurfsendungen, Verpackungsmaterial, etc

Weiters stellt sich die Frage, wie ich zählen werde:
Prinzipiell zählt jedes Teil als ein Teil, handelt es sich allerdings um ein zusammengehörendes Set wie zB ein Paar Socken, dann zählen beide Socken als "ein Teil".

Was mache ich mit all den Dingen?

Einiges werde ich vermutlich bloß entsorgen, nämlich wenn es schon sehr abgetragen oder defekt ist. Grundsätzlich habe ich mir vorgenommen, den Großteil zu spenden oder zu verschenken. Obwohl es naheliegend ist, manches zu verkaufen, habe ich beschlossen davon Abstand zu nehmen. Erstens möchte ich dies damit verbinden, gleichzeitig etwas Gutes zu tun, zweitens soll das Projekt nicht damit enden, dass ich Sachen auf unabsehbare Zeit zwischenlagere, bis sich (vielleicht!) ein Käufer findet. Anders formuliert, alles was ich innerhalb eines Monats "einsammle" muss spätestens im Folgemonat weg.

Wer macht mit?

Diese Frage war wohl unausweichlich und hat sich zweifellos abgezeichnet. Jedenfalls würde ich mich immens freuen, wenn ihr euch meinem Projekt anschließt. Wem es zu viel ist, dies über ein Jahr hinweg durchzuziehen, kann es gerne in kleinerem Rahmen halten und 28 Dinge in einem Monat entrümpeln. Selbstverständlich darf dabei jeder die Regeln für sich selbst anpassen. Nur weil ich mir zB vorgenommen habe, nichts der aussortierten Teile zu verkaufen, muss das nicht übernommen werden. Hauptsache es kommt ein bisschen Ordnung rein und die Reihen lichten sich!

Bevor ich es vergesse noch eine Anmerkung an alle, die mitmachen möchten und ihre Wohnstätte mit anderen teilen. Bitte einzig eure eigenen Dinge ausmisten und nicht dem Partner, den Kindern oder dem Hund Sachen wegnehmen und gemeinschaftlich genutzte Gegenstände bitte nur nach Rücksprache mit anderen entsorgen!

Letzte Worte.

Ich werde jeden Monat ein Update posten und beim nächsten Mal präsentiere ich bereits meinen ersten "Haul". Normalerweise zeigen Blogger dabei, was sie sich so zugelegt haben und bei mir seht ihr dann, was ich so abgelegt habe, sozusagen.

Bist du mit von der Partie, wenn ich dieses Jahr im großen Stil entrümple? Ich freue mich über Mitleser genauso wie Mitmacher!

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