Dienstag, 28. Februar 2017

{Lifestyle} Borgen bringt Sorgen oder beim Geld hört die Freundschaft auf

Geld verborgen bringt Kummer und Sorgen. Dies mag recht zynisch klingen, aber seien wir mal ehrlich, daran zerbrechen nicht nur Sparschweine sondern auch Freundschaften und Familien. Natürlich ist dies nicht der Regelfall, aber eine heikle und bisweilen unsichere Angelegenheit ist es allemal, wenn man jemandem helfen will und alles, was am Ende bleibt, ist eine Staubwolke am Horizont, in welcher man den Empfänger der monetären Zuwendung verschwinden sieht.

Man könnte meinen, man sei selber schuld, wenn man großherzig die Geldbörse öffnet und realistisch betrachtet, ist dies auch so. Aus welchem Grund auch immer man jemandem finanziell aushilft, muss man sich über eines im Klaren sein - es besteht die Möglichkeit, den verliehenen Betrag niemals wieder zu sehen. Diese schlichte Tatsache hat schon so manchen vom Helfersyndrom geheilt, während andere immer wieder ihrem Herzen nachgeben und die Geldscheine rausrücken. 

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Zum Glück bin ich selbst nie mit den dunkelsten Seiten des Verleihens in Berührung gekommen. Allerdings erinnere ich mich an eine Begebenheit während meiner Studienzeit, als mich ein Mitstudent um das Geld für einen Fahrschein angeschnorrt hat, als wir gemeinsam in der Badner Bahn unterwegs waren. Da will frau ja nicht so sein, also habe ich ihm die paar Schillinge bereitwillig gegeben und im Gegenzug das Versprechen bekommen, dass ich es bei der nächsten Vorlesung zurück bekäme. Das Ende vom Lied war, dass der gute Mann sich den Rest des Semesters rar gemacht hat, ob aus Zufall oder gewollt, sein nun dahin gestellt. Jedenfalls hat mich dieses Verhalten grundsätzlich maßlos geärgert und zwar nicht nur, weil meine studentische Börse zu jener Zeit recht schlank war. Einige mögen nun argumentieren, was sind schon ein paar Schilling, die heute vielleicht € 1,50 entsprechen? Darum geht es jedoch nicht. Es ist einfach eine Sache des Prinzips. Wenn ich etwas verborge, erwarte ich es zurück. Punkt.

Kurioserweise hat mich dieser Vorfall schon damals zum Nachdenken angeregt. Am Ende bin ich zu einem sehr einfachen Schluss gekommen - ich verleihe nur dann etwas, wenn es mich im Fall der Fälle nicht stört, falls ich es niemals zurückbekomme. Wortgewandte Zeitgenossen, die permanent in den Miesen sind, sind in meinem persönlichen Umfeld zwar nicht vertreten, aber wenn dem so wäre, würde ich ohne großes Herumreden klar sagen, dass ich kein Geld verleihe. Einfacher gesagt als getan? Hier ein paar Tipps, für den Fall, dass euch jemand ein paar Scheine aus der Tasche "reden" möchte.

  • Sag klipp und klar, dass du kein Geld herborgst. Man braucht sich nicht zu rechtfertigen oder gar lange zu erklären, warum man kein Geld hergeben möchte. Lerne Nein zu sagen und stehe dazu!
  • Erkundige dich, weshalb sich der Fragesteller das Geld nicht bei der Bank leiht. Fängt die Person an herumzudrucksen, bevor Worte wie Kreditrückzahlung oder Schuldenberg fallen, sollten schon alle Alarmglocken schrillen. Wofür auch immer die Person das Geld benötigt, um ihre Finanzkrise zu "überbrücken", eine Privatfinanzierung wird kaum etwas bringen. Wenn eine Bank kein Geld (mehr) hergibt, hat das nämlich einen guten Grund - die Wahrscheinlichkeit es jemals wiederzusehen geht gegen Null! 
  • Verweise den Bittsteller an die Schuldnerberatung. Erkennt man im Laufe des Gesprächs, wie schlecht es um jemanden finanziell tatsächlich bestellt ist, dann ist ein Verweis auf professionelle Hilfe oft die beste Lösung. 

Du möchtest dennoch jemandem finanziell unter die Arme greifen? Dann lege einen Maximalbetrag fest, dessen Verlust du im schlimmsten Fall verkraften kannst. Sei dir außerdem über die Risiken von Arbeitsverlust, Krankheit oder Todesfall bewusst, welche eine Rückzahlung verhindern können. Und zu guter letzt, denk' immer daran, dass weder Freundschaft noch Liebe ein Garant dafür ist, verliehenes Geld wiederzusehen.

Wie stehst du zum Geld verborgen? Falls du schon einmal jemandem einen höheren Betrag geliehen hast, hast du diesen zurückbekommen oder musstest du ihn irgendwann abschreiben?

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