Mittwoch, 23. August 2017

Projekt 365 - Jetzt wird ausgemistet


Es war sicher keine meiner besseren Ideen, mich dem Kleiderschrank ausgerechnet in der heißen Jahreszeit zu widmen*. Zumindest dann nicht, wenn man es richtig anpackt und nicht nur mit kritischem Blick sondern auch mittels Anprobe das Verfahren vorantreiben möchte. Jedenfalls habe ich mich zu Anfang den weitaus weniger strapaziösen Teilen gewidmet und so ging es zur Einstimmung im Juni vor allem Taschen ans Leder. Im Juli folgte, frei nach dem Motto (und im wahrsten Sinne des Wortes) "Ohne Schweiß, kein Preis" jede Menge Kleidung.
*Wobei streng genommen sollte ich wohl eher meiner Aufschieberitis die Schuld hierfür geben.

Der Vollständigkeit halber hier die Liste der in den Stapeln befindlichen Kleidungsstücke:
1 Jacke, 1 Capri, 1 Jeans, 1 Rock, 3 Blusen, 3 Langarmshirts, 6 Kurzarmshirts, 6 Stoffhosen, 7 Kleider

Dies ist wohl der geeignete Moment, um festzuhalten, dass ich ein dezentes Taschenproblem habe. Mittlerweile habe ich dies sehr gut besser unter Kontrolle und rufe mir, wenn die Versuchung sich ungeniert meldet, all jene in Erinnerung, die ich ohnehin besitze. Und das sind, wenn ich anmerken darf, verdammt viele Taschen. Einige davon habe ich selten oder gar nicht (!) getragen, was kaum im Sinne des Erfinders sein kann. Erstaunlicherweise fiel mir hierbei das Aussortieren weitaus weniger schwer als befürchtet, was allerdings auch daran liegen mag, dass sich meine anfängliche Euphorie bei etlichen Exemplaren mittlerweile verflüchtigt hat und mir einige, die ich einst geschenkt bekommen habe, nie wirklich gut gefallen haben.
Tascherln 10 Teile

Bei Schuhwerk war ich eigentlich von jeher viel disziplinierter, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass ich mich am Ende nur von einem Paar getrennt habe. Überfällig war es vermutlich dennoch, weil ich jede Saison aufs Neue gehofft habe, dass die Stiefel plötzlich nicht mehr drücken würden. Jetzt dürfen sie dies in jedem Fall bei anderen Füßen tun.
Stiefel 1 Paar

Gerade bei neuen oder neuwertigen Artikeln bietet sich natürlich der Wiederverkauf an. Leider findet man selbst für tadellose und zeitlose Stücke nicht immer eine/n Käufer/in und sollte nach einer gewissen Zeit entsprechende Konsequenzen ziehen. Egal ob verschenken oder spenden, Gutes tun hat schließlich auch einen Wert!

Eine der Prioritäten beim Thema Kleidung waren zweifellos Relikte diverser willhaben Inserate. Dort Kleidung zu verkaufen, war nie einfach, aber in den letzten Jahren zunehmend schwieriger. So habe ich mich entschlossen mich von allem, was ich länger als zwei Jahre inseriert habe, zu trennen. Hier war aber noch lange nicht Schluss, denn mein Schrank strotzte ebenso von Teilen, die aus dem ein oder anderen Grund schon ewig kein Tageslicht gesehen haben. An bestimmten Kleidungsstücken habe ich mich schlicht satt gesehen und dann waren da noch jene Teile, bei denen es gezwickt und gezwackt hat. Die Entscheidungsfindung war nicht immer einfach und aufgrund der Menge war es natürlich eine Mordsarbeit, die es jedoch absolut wert gewesen ist. Mein Kleiderschrank hat innerhalb der letzten Monate* mindestens drei Kleidergrößen abgenommen und ist nun nicht mehr g'stopf voll, sondern wunderbar übersichtlich. Nachdem vieles in sehr gutem, teils neuwertigem Zustand war, habe ich diese Sachen gespendet, um für ein wenig textile Nachhaltigkeit in den Schränken anderer zu sorgen.
*Es fing ja bereits mit dem Ausmisten der verschlissenen Teile im Mai an.
Klamotten 29 Teile

Juni/Juli - 40 Teile

Sommer bedeutet, mehr oder weniger, Halbzeit und bisher habe ich mich von 221 Teilen getrennt. Ich bin ehrlich heilfroh, das Kapitel Kleiderschrank nunmehr abhaken zu können. Dies war echt ein zäher Brocken, dem ich mich hitzebedingt immer nur zizerlweise, wie es so schön heißt, angenommen habe. Am Ende hab ich's geschafft und das ist ein toller Erfolg!
Unterm Strich fielen die letzten beiden Monate aber doch etwas kärglich aus und ich hoffe, dies im Herbst mehr voranzutreiben, um mein Ziel zu erreichen. Im Moment liegt mein Fokus schon auf der Küche, wo ich mich beim wenigstens ab und zu beim offenen Kühlschrank abkühlen kann.

Hätte ich noch mehr ausmisten können? Vielleicht. Ich habe noch einiges mehr aussortiert, möchte aber bei ein paar hochwertigeren Teilen vorerst noch mein (Un)glück auf willhaben versuchen, bevor ich mich endgültig trenne. Was habe ich mit dem ganzen Zeug getan? Bis auf ein paar Hosen, die ich einer Freundin vererbt habe, wurde alles für einen wohltätigen Flohmarkt gespendet.

Wie ist es um die inneren Werte deines Kleiderschranks bestellt? Explodiert er beim Öffnen im Becky-Bloomwood-Stil oder präsentiert er sich in übersichtlichem Minimalismus?

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