Sonntag, 6. August 2017

{Win} Zwischen Hobby und (Spiel)sucht


Mit der Sucht ist das so eine Sache - man merkt die eigene Abhängigkeit entweder viel zu spät oder oftmals auch gar nicht, wobei letzteres eher in den Bereich einer (un)bewussten Entscheidung fällt, wenn man das eigene Suchtverhalten schlicht nicht wahrnehmen will. Kurz gesagt, so harmlos Gewinnspiele auf den ersten Blick erscheinen mögen, können diese sehr wohl Menschen abhängig machen. 

Ist es denn tatsächlich so schlimm, wenn jemand zwei Stunden täglich vor dem Computer sitzt und an verschiedensten Gewinnspielen teilnimmt? Jein.
Alarmzeichen Nr. 1 - An Gewinnspielen teilzunehmen ist zu einer Gewohnheit geworden, ohne die man nicht mehr kann (oder will).
Manche Personen verbringen vielleicht zwei Stunden am Tag damit Nintendo zu spielen oder ein Buch zu lesen oder irgendeiner anderen Freizeitbeschäftigung nachzugehen. So gesehen lässt sich die Teilnahme an Gewinnspielen durchaus mit Hobbies aller Art gleichsetzen. Schließlich verbringt man die eigene Freizeit mit etwas, das einem Spaß macht. Der Knackpunkt dabei ist, dass man nicht gleich die Krise bekommt, wenn mal keine Zeit dafür da ist!
Alarmzeichen Nr. 2 - Man vernachlässigt den (Arbeits)alltag und das eigene Sozialleben, um an Gewinnspielen teilzunehmen.
Fangen diese zwei Stunden an, sich allmählich zu drei, vier oder noch mehr Stunden (pro Tag!) auszuweiten, man sogar während der Arbeitszeit schnell mal ein paar Gewinnspielformulare ausfüllt, anstatt einen dringenden Bericht fertigzustellen, die Kinder am Abend nur Dosensuppe kredenzt bekommen und man gereizt reagiert, wenn jemand einen hinterm Computer hervorlocken will, sieht die Sache bereits weitaus düsterer aus. Der Abstieg vom Hobby zur Sucht ist hier bereits geschehen!
Alarmzeichen Nr. 3 - Man bagatellisiert das eigene Verhalten mit dem Argument, dass man bei Gewinnspielen im Gegensatz zu anderen Formen des Glücksspiels kein Geld verliert.
Obwohl Gewinnspiele bis auf wenige Ausnahmen* im Regelfall kostenlos sind, bedeutet dies keineswegs, dass ein Suchtverhalten dadurch ausgeschlossen werden kann. Dieses definiert sich nämlich über verhaltensbezogene Abhängigkeit und dem Verlust der Selbstkontrolle. Darüber hinaus kann man dadurch vielleicht kein Geld verlieren, aber sehr wohl andere wichtige Dinge, von Zeit bis hin zu sozialen Kontakten.
*Dabei handelt es sich zB um Teilnahme per SMS oder Anruf unter einer Mehrwertnummer.

Was kann man tun, wenn man die Grenze vom Hobby zur (Gewinnspiel)sucht überschritten hat? Einerseits muss man ehrlich zu sich selbst sein und sich eingestehen ein Problem zu haben. Andererseits ist es wichtig, auf Außenstehende zu hören, wenn diese diesbezügliche Bedenken äußern. Manche werden es sicherlich alleine schaffen, die Notbremse zu ziehen, während andere zumindest die Unterstützung von Familie und Freunden oder eventuell sogar professionelle Hilfe benötigen, um sich aus der Abhängigkeit lösen zu können.

Wie sieht es denn nun mit mir selbst aus? Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ein klein wenig verrückt nach Gewinnspielen bin. Dabei habe ich allerdings weder täglich dafür Zeit noch Muse, entsprechend leiden weder Arbeits- noch Privatleben unter meinem Hobby. Wenn ich dann doch mal zwei Stunden am Stück Gewinnspielseiten abklappere, so geschieht dies meist zu Monatsanfang, da zu diesem Zeitpunkt naturgemäß viele neue Gewinnspiele veröffentlicht werden. Unfehlbar bin ich sicherlich nicht, denn während der letzten beiden Jahre habe ich es in der Adventszeit definitiv übertrieben. Da ich jedoch lernfähig bin, werde ich mir das in Hinkunft nicht wieder antun. Wie heißt es doch so schön, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung!

Leseempfehlung

Sind Gewinnspiele für dich ein Hobby oder vielleicht (zum Teil) schon eine Sucht? Kennst du in deinem Umfeld Personen, die gewinnspielsüchtig sind?

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