Dienstag, 10. Oktober 2017

{Shopping} Wenn die Reue zwei Mal klopft oder wie man den nächsten Einkauf bestimmt nicht bereut

Wer kennt sie nicht, die Katerstimmung nach einem unnötigen und mutwilligen Kaufrausch. So gesehen hat Einkaufen viel mit Alkoholkonsum gemein, vor allem dann, wenn die Ernüchterung einsetzt. Der Alkohol verschwindet immerhin nach einiger Zeit aus dem System, aber die prallen Einkaufstaschen sind eine weitaus greifbarere Erinnerung an die Shoppingsünden, die man begangen hat. Wer nun folgert, dass nur das unüberlegte Einkaufen Reue aufwallen lässt, irrt jedoch gewaltig. Jene, die ihre Entscheidungen hinauszögern und auf einen Kauf verzichten, können von dieser ebenso geplagt werden. Mal kauft man also, dann wieder nicht, und oft schwebt das Damoklesschwert der Reue über unseren Köpfen.

Manche kaufen spontan, ohne groß zu überlegen, wohingegen andere durch ausgeprägte Entscheidungsunfreudigkeit glänzen und (fast) nie kaufen. Ich selbst falle definitiv in die zweite Kategorie und habe das lange zögern und zaudern, ob ich nun etwas bestimmtes (nicht) kaufen soll, schon perfektioniert. Manchmal treffe ich doch noch eigenständig eine Entscheidung, dann wird mir diese vom Warenstand des Geschäfts abgenommen. Da habe ich mir im Nachgang nicht immer zu meiner Willensstärke gratuliert, sondern auch ab und zu gejammert, weil ich doch nicht zugeschlagen habe. Mittlerweile versuche ich allerdings die positiven Aspekte* meiner Einkaufstaktik mehr zu schätzen und die negativen** als Lernerfahrung abzuschreiben.
*Weil ich mich ewig nicht entscheiden konnte, wurde meine Suche nach neuer Badebekleidung am Ende mit zwei um 70% reduzierte Teile belohnt.
**Ich ärgere mich noch immer, unlängst ein bestimmtes Buch beim Flohmarkt doch nicht erstanden zu haben. 
Man sollte meinen, im Nachhinein schlauer zu sein, aber gewisse Verhaltensmuster sind tief in uns verankert und lassen sich nicht so leicht durchbrechen. Mit ein paar Überlegungen, kann man sich aber die nächste Einkaufsentscheidung zumindest ein wenig erleichtern, damit man am Ende nicht wieder bereut etwas (nicht) gekauft zu haben:

  • Warum möchte ich es haben? Weil es nett anzusehen ist, etwas völlig Neues am Markt oder ein Schnäppchen? Nichts davon ist für sich genommen ein gutes Argument für einen Kauf. 
  • Brauche ich es tatsächlich? Zwischen brauchen und wollen liegt ein himmelhoher Unterschied; als Faustregel gilt, wenn man ohnehin schon unzählige Ausgaben* von etwas besitzt, ist es kaum notwendig sich noch eine weitere zuzulegen.
    *Ein Dutzend gestreifte Shirts, zwei Dutzend nudefarbene Lippenstifte, drei Dutzend Kaffeehäferl, etc 
  • Wird es mir Freude bereiten? Dies ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt, denn die Dinge, die wir besitzen, sollen uns glücklich machen und zwar nicht nur im Rausch des Augenblicks, wenn wir sie kaufen. Hier geht es darum, Dinge tatsächlich zu benutzen und langfristig wertzuschätzen!

Ein weiterer Punkt ist allerdings genauso wichtig und zwar der zeitliche Faktor. Es kommt nicht von ungefähr, dass es heißt, man solle bei wichtigen Entscheidungen eine Nacht darüber schlafen. Zugegeben, es geht im Alltag nicht ständig um große Ausgaben, andererseits läppern sich auch die kleinen ordentlich zusammen. Eine Bedenkzeit ist daher durchaus ratsam und falls es sich einmal um etwas handelt, dass eventuell rasch ausverkauft sein wird, kann man es sich schon mal einen Tag lang zurücklegen lassen.

Natürlich ist dies weniger hilfreich, so man ohnedies eher zum zögerlichen Kaufen neigt. Da ist es am Besten, sich eine konkrete Frist zu setzen, bis wann man eine endgültige Entscheidung treffen will. Eine solche Deadline ist jedoch nur so lange eine gute Sache, wie man sich daran hält. Leider neige ich selbst trotz bestem Vorsatz gerne mal zu Aufschieberitis, was in Folge in ungewollten Nicht-Käufen resultiert. Späte Reue liegt da auf der Hand, aber zumindest ist mir diese noch nie teuer gekommen.

Kaufst du eher spontan oder überlegst du, so wie ich, lange herum, bevor du eine Kaufentscheidung triffst? Was bereust du eher - etwas gekauft oder etwas nicht gekauft zu haben? 

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